Die Möglichkeit zum Zahnerhalt

Durch eine tiefe Karies können Bakterien bis in den Innenraum des Zahnes (der sogenannten Zahnpulpa, umgangssprachlich oft als „Zahnnerv“ bezeichnet) vordringen. Auch kann sich die Zahnpulpa durch ein Trauma entzünden. In den meisten Fällen kann als Therapie eine Wurzelkanalbehandlung erfolgen, wobei der Innenraum des Zahnes gereinigt und der Hohlraum verschlossen wird. Mit dieser Methode können auch bereits vorliegende Entzündungen im Bereich der Wurzelspitze ausheilen.

Doch in einigen Fällen können in winzigen Verästelungen Bakterien liegen, die sich in den Kieferknochen ausbreiten. Besteht eine derartige Entzündung an einer Wurzelspitze, die durch eine Wurzelkanalbehandlung nicht ausgeheilt ist, kann man den Zahn durch das Abtrennen einiger Millimeter dieser Wurzelspitze erhalten. Mit speziellen mikrochirurgischen Instrumenten wird der Wurzelkanal des Zahnes dicht verschlossen und das umgebende Entzündungsgewebe sorgfältig entfernt. Somit wird ein erneutes Austreten von Bakterien verhindert.
Für manche spezielle Indikation kann man, falls zweidimensionale Röntgenaufnahmen keine eindeutigen Befunde darstellen, sogenannte kleinvolumige DVT Aufnahmen anfertigen. Dies zeigen zum einen die Anzahl der Wurzelkanäle in einem Zahn, welche im zweidimensionalen Bild bei Überlagerung nicht sichtbar sind und zeigen zum anderen darüber hinaus das Ausmaß und die Lage der Entzündung. Die Operationsplanung kann anhand der Befunde festgelegt werden, um minimale Zugänge zum Operationsbereich zu legen.

 

Was geschieht, wenn man diese Entzündungsvorgänge nicht behandelt?

Diese Frage hören wir sehr häufig, da nicht immer die Entzündungen mit akuten Schmerzen einhergehen. Oftmals verspüren die Patienten keine Symptome, obwohl schon Entzündungen (chronisch) im Knochen vorliegen. Erst wenn diese akut werden, treten Schmerzen auf. So ist es verständlich, dass viele Patienten zunächst keine Therapie durchführen lassen möchten. Doch wartet man ab, bis die Entzündung akut wird, kann man nicht direkt eine Wurzelspitzenresektion durchführen, da man im akut entzündlichen Gebiet nicht operieren darf. So würde die Therapie dann wesentlich langwieriger und oftmals wäre es für den Zahnerhalt zu spät.

„Der Zahn im Focus“

Doch neben lokalen Faktoren, wie Entzündungen im Knochen, in der Kieferhöhle oder eine Beeinträchtigung der Nachbarzähne, ist seit langem bekannt, dass chronische Zahnherde den Gesamtorganismus beeinträchtigen. Bei vielen Erkrankungen werden Patienten zu uns überwiesen zur sogenannten Focussuche, um solche Zahnherde aufzudecken.